Der Immobilienkauf – Aufregend, aber mit richtiger Planung sinnvoll

Ein Kauf einer Immobilie, ob diese eine Wohnung oder ein Haus mit Grundstück ist, ist auf jeden Fall eine aufregende Sache. Damit das Wort aufregend nicht in einen negativen Kontext gerät, sollte man sich im Vorwege schon einmal über einige Punkte klar werden, die die Entscheidung, ob der Kauf überhaupt in Frage kommt, auch leichter machen. Natürlich gibt es auch bei Wohnungen die berühmte Liebe auf den ersten Blick, aber wie auch bei den menschlichen Beziehungen, sollte man sich von einer schönen oder idyllischen Fassade nicht den Verstand vernebeln lassen. Schließlich will man es ja lange mit seiner Immobilie aushalten. Darum sollte man auch bei einem super guten Gefühl sich selbst mit Alternativen konfrontieren bzw. sich selbst auch ein wenig zurück pfeifen. Rom wurde nicht in einem Tag erbaut, und ein Haus sollte man auch nicht innerhalb einer Woche gekauft haben.

Haus

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Gut Ding will Weile haben

Also ist Geduld, Recherche und auch einiges an Rechnerei bei einem Immobilienkauf einzuplanen, damit man nicht später bereut, was man getan hat. Mit Bedacht und auch unter Einbeziehung von mehreren alternativen Suchoptionen sollte es aber doch glücken, eine passende Immobilie zu finden.

Wer bietet überhaupt eine Wohnung an?

Diese Frage ist die erste, die bei dieser Aktion zu beantworten ist. Wer bietet an, heißt auch, wer weiß von jemandem, der eine Wohnung anbietet. Das heißt, dass man sowohl sozusagen offizielle Wege, also Zeitungen und Immobilienseiten im Internet, nutzen sollte, um sich über das Angebot zu informieren, als auch auf informelle Kanäle zurück greifen sollte. Ich habe da ein leeres Haus gesehen, das kann manchmal genau der richtige Tipp aus dem Bekanntenkreis sein, der die Weichen für den Kauf des Traumhauses stellt. Nun hat man also eine Reihe von Angeboten für Haus oder Wohnung erhalten oder sich selbst gesucht. Nun kommt der nächste Schritt, die Vorauswahl.

Nicht fixieren, flexibel bleiben

Wer meint, nur in Berlin-Kreuzberg glücklich zu werden, kann eventuell lange nach einer Immobilie suchen. Ein bisschen sollte man den Horizont erweitern, denn bei der Wohnung kommt es ja nicht nur auf den Stadtteil an. Es geht auch um alle internen Dinge, die das direkte Wohnen betreffen, also die Größe der Wohnung oder des Hauses, die Aufteilung, die Ausstattung, Balkon oder Terrasse und auch solche Dinge, wie Parkplätze oder Tiefgaragenplätze. All das zusammen genommen ergibt eine Liste von wirklich interessanten Angeboten, die durchaus unterschiedlich sein können, und mit denen man in die nächste Runde der Suche eintritt. „Hier möchte ich wohnen“ allein nützt nämlich leider noch nicht viel. Man muss sich das Objekt auch leisten können.

Eigenkapital, monatliche Einkünfte und Co.

Da in Deutschland nur Kredite aufgrund eines angemessenen Eigenkapitals gewährt werden, ist hier schon einmal eine klare Vorgabe zu erwarten. Man rechnet heute ca. 20 bis 30 %, die man selbst für das Haus als Basis für einen Kauf aufbringen können sollte. Das Eigenkapital entscheidet natürlich auch darüber, wie viel man noch zusätzlich als Kredit aufnehmen muss, von daher lohnt es sich, sich auch im Bekannten- bzw. Verwandtenkreis nach verfügbaren Geldern umzuhören. Eine Anzahlung ist also zu leisten, dann muss man sich über die Kreditrate, das Wohngeld und weitere Umlagen informieren, um ein realistisches Bild der Zukunft zu erhalten. Das heißt, dass man die monatlichen Belastungen, die demnächst kommen, mit dem eigenen Budget abgleichen muss. Ist man selbständig, kann dies eine große Unbekannte sein, bei Festangestellten ist diese Summe sehr viel leichter zu ermitteln. Dennoch sollten auch letztere ein Polster einplanen, denn bei der Familiengründung fällt auch mal ein Gehalt niedriger oder für eine Zeit ganz aus. Ebenso ist natürlich auch Arbeitslosigkeit ein Faktor, den man nicht ganz ausschießen sollte.

Nicht spontan zugreifen

Fertighaus kaufen

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Wie gesagt, ist die spontane Begeisterung ein Faktor, aber die Vernunft sollte dennoch hinzu genommen werden. Und dies bedeutet, dass man sich die Traumwohnung auch noch ein oder zwei Mal ansehen sollte, nachdem man sie so toll gefunden hat. Ein verregneter Nachmittag zeigt die Schönheit schon eher als trist, und plötzlich hört man von oben eindeutige Geräusche auf einem Holzboden. Es wird Fußball gespielt, und man hört jeden Ton. Diese Verhältnisse wird man auch als Eigentümer nicht so leicht ändern können, denn jedes Haus hat eigene Regeln, die von den vorhandenen Bewohnern stark mit bestimmt werden. Wenn man merkt, dass der Lärmpegel schon bei der Besichtigung stört, sollte man die Hände von der Wohnung lassen. Auch lohnt sich in manchen Fällen, gerade bei Altbauten, einen Fachmann zu einer Besichtigung mitzunehmen, der die Substanz besser einschätzen kann, auch Vergleichsimmobilien kennt.

Mit gehangen, mit gefangen

Als Käufer einer Eigentumswohnung hat man es auch mit einer Eigentümergemeinschaft zu tun, die teilweise größere Ausgaben für Treppenhaus oder andere Sanierungen verwaltet. Hier sollte man auch schon vorab versuchen, ein Bild zu bekommen, wie gut diese Gemeinschaft finanziell dasteht. Wenn hier wacklige Füße zu beobachten sind, kann es nämlich sein, dass das Haus verwahrlosen könnte, einfach, weil kein Geld für vernünftige Treppenstufen oder einen schönen Fassadenanstrich vorhanden ist. Rücklagen sind hier ein Zauberwort, und darüber könnten potenzielle zukünftige Mitbesitzer bzw. natürlich der für das Haus tätige Verwalter einiges erzählen. Die Protokolle der Eigentümerversammlungen sind auch ein Indiz bezüglich möglicher Schwachstellen, und diese sollte man unbedingt für einen bestimmten Zeitraum anfordern.

Kurz noch einmal ein paar Tipps:

  • nicht spontan zusagen
  • mehrere Besichtigungstermine anberaumen
  • keine Fixierungen auf einen Stadtteil oder Ort
  • die eigenen Finanzen unbedingt realistisch einschätzen.

Worauf müssen Sie beim Immobilienkauf achten?

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